Aviatikfotografie

Wahl der Kamera

Der Bereich der Aviatikfotografie kann der Actionfotografie zugerechnet werden, da in relativ kurzer Zeit und ohne Chance auf Wiederholung ein Bild eines sich schnell bewegenden Objekts gelingen muss.

Aus diesem Grund ist die Anschaffung einer digitalen Spiegelreflexkamera mit entsprechenden Objektiven unumgänglich, da zur Zeit nur diese Kameras genug schnell und auch noch handlich sind. Die sogenannten Bridge-Kameras - Kompaktkameras mit grosser Brennweite- eignen sich wegen des präzisen aber doch eher langsamen Kontrast-Autofokus und der langen Auslösezeiten nicht für diese Art der Fotografie. Ausgenommen sind sicherlich Aufnahmen von sich langsam bewegenden Flugobjekten und von Flugzeugen im Static Display.

Wahl der Objektive

Für die Aviatikfotografie ist ein Teleobjektiv mit 200 mm bis 400 mm Brennweite eine gute Wahl. Neben der Brennweite spielt natürlich auch die Güte und Lichtstärke des Teleobjektivs eine wichtige Rolle. Um wirklich befriedigende Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen.

Einige Objektive, die ich aktuell benutze oder früher einmal besass, möchte ich aufgrund meiner ganz subjektiven Einschätzung hier vorstellen. Weil ich mit Nikon-Kameras arbeite, handelt es sich um Objektive der Firma Nikon (Nikkore) sowie Objektive von Fremdherstellern mit Nikon-Bajonett (F-Mount).

Nikkor AF-S VR 70-200mm f/2.8G IF-ED

Leistungsbewertung

Am DX-Format ist das Objektiv bis in die Randbereiche sehr gut, am FX-Format hilft hier Abblenden um ein bis zwei Blenden. Der Bildstabilisator arbeitet zuverlässig, die Fokussierung und auch die Brennweitenverstellung (Zoomen) erfolgen innerhalb des Objektivs. Das Objektiv ist wertig aufgebaut und auch nach Jahren noch ohne grosse Gebrauchsspuren. Tauglich ist das 70-200mm für die Konverter TC-14E II und TC-17E II. Mit beiden Konvertern ergeben sich zufriedenstellende Ergebnisse. Der TC-20 E II sollte, obwohl der Autofokus auch mit diesem Konverter arbeitet, nicht verwendet werden, weil die Bilder zu stark darunter leiden.

Einsatzgebiet

Aufgrund der Brennweite eignet sich das Objektiv ohne Konverter zum Fotografieren von Kunstflugstaffeln und sonstigen Formationen von mehreren Flugzeugen. Für schöne Freisteller im Static Display mit offener Blende eignet sich das Objektiv hervorragend.
Durch den Einsatz des Telekonverters TC-17E II können auch Solodisplays mit befriedigenden Resultaten fotografiert werden. Allerdings nimmt die Abbildungsleistung in dieser Kombination doch deutlich ab.

Positiv Negativ
Abbildungsleistung DX Abbildungsleistung FX
Konvertertauglichkeit (1.4, 1.7) Brennweite ohne Konverter
Gewicht (1470g) Preis (ca. sFr. 2500.- bis 3000.-)
Lichtstärke (f/2.8)  
Geschwindigkeit des AF  

Nikkor AF-S VR 200mm f/2G ED-IF

Leistungsbewertung

Schon bei Offenblende ist das Objektiv sowohl im DX- wie im FX-Format überragend. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbesserung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist optimal. Die schärfste Linse von Nikon, die ich im Telebereich je hatte. Das Objektiv ist sehr wertig verarbeitet. Der Autofokus ist sehr schnell. Zudem kann der Autofokus auf eine vorgewählte Distanz voreingestellt werden und an den Tasten im vorderen Bereich des Objektivs kann diese Voreinstellung abgerufen werden. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv auch gut freihändig eingesetzt werden.
Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit den Telekonvertern TC-14E II, TC-17E II und TC-20E II u. III. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass durch den Einsatz eines Telekonverters nicht nur die Brennweite verlängert, sondern auch die Lichtstärke gleichzeitig reduziert wird. Diese beiden Effekte haben einen direkten Einfluss auf die Schärfe und Brillanz der Bilder, muss doch beim Einsatz eines Telekonverters meist die Empflindlichkeit des Sensors (ISO) nach oben geschraubt werden. Allerdings muss erwähnt werden, dass auch bei Einsatz des 2-fach Konverters noch eine Blende von 4 resultiert, also auch dann ist das Objektiv noch als lichtstark zu bezeichnen.

Einsatzgebiet

Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras leidlich fotografiert werden. Bei kleinen Flugzeugen, zum Beispiel beim Motorkunstflug, ist die Brennweite allerdings viel zu kurz. Durch den Einsatz der kompletten Palette der vorhandenen Telekonverter können verschiedene Brennweiten erzielt werden. So wird mit dem 2-fach Konverter eine rechnerische Brennweite von 600mm bei Blende 4 erreicht. (DX-Format: 200mm x 2 x 1.5= 600mm). Eigentlich musste ich das 200mm immer mit Telekonvertern einsetzen, um zu befriedigenden Ergebnissen in der Aviatikfotografie zu gelangen. Durch den Einsatz von Konverter wird allerdings die Abbildungsleistung geschmälert, und so konnte ich die Güte des Objektivs in diesem Bereich nie voll ausschöpfen.
Anders sieht es im Bereich der sogenannten Available-Light-Fotografie aus, also dort, wo mit wenig Licht gute Ergebnisse erzielt werden müssen. So konnte ich mit dem Objektiv Hallensportarten fast ohne Einschränkungen ohne Blitz und mit kürzesten Verschlusszeiten fotografieren. In Verbindung mit einer D3 oder D3S ist in der Halle und bei Kunstlicht auch ohne Blitz fast alles möglich.
Trotz all des Lobes habe ich diese Superlinse wieder verkauft, weil ich ja hauptsächlich Flugzeuge fotografiere und für diese Art der Fotografie war die Brennweite einfach zu gering.

Positiv Negativ
Abbildungsleistung Preis (ca. Fr. 5'500.-)
Konvertertauglichkeit (1.4, 1.7, 2.0) Gewicht (2.9 kg)
Geschwindigkeit AF  
Lichtstärke (f/2)  

Nikkor AF-S 300mm f/4D IF-ED

Leistungsbewertung

Schon bei Offenblende ist das Objektiv sowohl im DX- wie im FX-Format sehr gut. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbessung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist hervorragend. Das Objektiv ist wertig verarbeitet. Der Autofokus ist angenehm schnell. Zudem lässt sich der Autofokusbereich auch limitieren, was die Leistung des AF natürlich weiter verbessert. Das Einzige, was dem Objektiv fehlt, ist ein Bildstabilisator. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist super!
Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit dem Telekonverter TC-14E II, mit welchem auch der Autofokus noch gut funktioniert. Der TC-17E II kann auch verwendet werden, allerdings wird dann der Einsatz des Autofokus' zur Glückssache.

Einsatzgebiet

Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras gut fotografiert werden. Bei kleinen Flugzeugen, zum Beispiel beim Motorkunstflug, ist die Brennweite allerdings zu kurz. Hier kann durch den Einsatz des TC-14E II eine grössere Reichweite erzielt werden. (DX-Format: 300mm x 1.4 x 1.5= 630mm).

Positiv Negativ
Abbildungsleistung Fehlender Bildstabilisator
Konvertertauglichkeit (1.4)  
Gewicht  
Geschwindigkeit AF  
Preis  

Nikkor AF-S VR 300mm f/2.8 ED-IF

Leistungsbewertung

Schon bei Offenblende ist das Objektiv sowohl im DX- wie im FX-Format hervorragend. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbessung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist hervorragend. Das Objektiv ist sehr wertig verarbeitet. Der Autofokus ist sehr schnell. Zudem kann der Autofokus auf eine vorgewählte Distanz voreingestellt werden und an den Tasten im vorderen Bereich des Objektivs kann diese Voreinstellung abgerufen werden. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv auch gut freihändig eingesetzt werden.
Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit den Telekonvertern TC-14E II, TC-17E II und TC-20E II u. III. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass durch den Einsatz eines Telekonverters nicht nur die Brennweite verlängert, sondern auch die Lichtstärke gleichzeitig reduziert wird. Diese beiden Effekte haben einen direkten Einfluss auf die Schärfe und Brillanz der Bilder, muss doch beim Einsatz eines Telekonverters meist die Empflindlichkeit des Sensors (ISO) nach oben geschraubt werden.

Einsatzgebiet

Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras gut fotografiert werden. Bei kleinen Flugzeugen, zum Beispiel beim Motorkunstflug, ist die Brennweite allerdings zu kurz. Durch den Einsatz der kompletten Palette der vorhandenen Telekonverter können verschiedene Brennweiten erzielt werden. So wird mit dem 2-fach Konverter eine rechnerische Brennweite von 900mm bei Blende 5.6 erreicht. (DX-Format: 300mm x 2 x 1.5= 900mm).

Positiv Negativ
Abbildungsleistung Preis (ca. Fr. 6'000.-)
Konvertertauglichkeit (1.4 / 1.7 / 2.0) Gewicht (2.9 kg)
Geschwindigkeit AF  

Nikkor AF-S VR 500mm f/4 ED-IF

Leistungsbewertung

Schon bei Offenblende ist das Objektiv im DX-Format hervorragend. Im FX-Format ist eine Randabschattung zu bemerken, wobei mir bisher nicht klar ist, ob diese durch die Gegenlichtblende verursacht wird oder ob es sich um Vignettierung handelt. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbessung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist hervorragend. Das Objektiv ist sehr wertig verarbeitet. Der Autofokus ist sehr schnell. Zudem kann der Autofokus auf eine vorgewählte Distanz voreingestellt werden und an den Tasten im vorderen Bereich des Objektivs kann diese Voreinstellung rasch abgerufen werden. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv auch mit Einschränkungen freihändig eingesetzt werden. Sehr langes Mitziehen wird allerdings zur Kraftprobe, und wenn man den ganzen Tag mit diesem Objektiv fotografiert, sind die Bilder, welche am Ende des Tages geschossen wurden, meist weniger scharf, weil verwackelt. Wird das Muskelzittern zu gross, nützt auch der beste Bildstabilisator nichts mehr!
Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit den Telekonvertern TC-14E II und TC-17E II. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass durch den Einsatz eines Telekonverters nicht nur die Brennweite verlängert, sondern auch die Lichtstärke gleichzeitig reduziert wird. Diese beiden Effekte haben einen direkten Einfluss auf die Schärfe und Brillanz der Bilder, muss doch beim Einsatz eines Telekonverters meist die Empflindlichkeit des Sensors (ISO) nach oben geschraubt werden.

Einsatzgebiet

Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras hervorragend fotografiert werden. Der Einsatz von Telekonvertern ist bei Airshows kaum nötig, somit kann das ganze Potenzial des Objektivs abgerufen werden. Wer allerdings Formationsflüge von Kunstflugstaffeln fotografieren möchte, braucht unbedingt noch ein zweites Objektiv mit geringerer Brennweite.

Positiv Negativ
Abbildungsleistung Preis (ca. Fr. 8'000.-)
Konvertertauglichkeit (1.4 / 1.7) Gewicht (3.9 kg)
Geschwindigkeit AF  

Sigma 50-500mm F4,5-6,3 DG OS HSM

Leistungsbewertung

Bei Offenblende ist das Objektiv im DX-Format gut. Im FX-Format ist eine Randabschattung zu bemerken. Die Schärfe ist über den ganzen Brennweitenbereich gut. Das Objektiv ist wertig verarbeitet. Der Autofokus (OS) ist dank Ultraschallmotor (HSM) angenehm schnell. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv ohne Probleme freihändig eingesetzt werden. Allerdings muss am FX-Format abgeblendet werden, um die Vignettierung zu reduzieren. Bei der schon begrenzten Lichtstärke des Objektivs ist dies für die Airshowfotografie von grosser Bedeutung. Bei Blende 8 erzielt man nur bei Sonnenschein eine Verschlusszeit, die Bilder ohne Verwacklung garantiert. Der Einsatz dieses Objektivs ist also vor allem mit Kameras zu empfehlen, die auch bei hohen ISO-Einstellungen bis ISO 1600 noch rauschfreie Bilder liefern. Ich verwende das Sigma-Objektiv darum hauptsächlich zusammen mit einer rauscharmen Nikon-Kamera mit FX-Sensor.

Einsatzgebiet

Solodisplays können mit DX-Kameras hervorragend, mit FX-Kameras gut fotografiert werden. Durch den grossen Brennweitenbereich können auch Vorbeiflüge von grossen Formationen sowie Splits gut fotografiert werden. Das Objektiv kann für die Airshowfotografie mit den obenerwähnten Einschränkungen empfohlen werden.

Positiv Negativ
Preis (ca. Fr. 2'000.-) Lichtstärke
Gewicht (ca. 2 kg) Vignettierung an FX-Format
Bildstabilisator  

Korrekte Belichtung

Die richtige Belichtung von Flugzeugen am Himmel scheint einem Laien einfach, ist es in Tat und Wahrheit leider nicht. Auch wenn eigentlich keine Gegenlichtsituation herrscht, tritt sowohl bei bedecktem wie klarem Himmel eine Gegenlichtsituation auf. Um dieses Problem zu lösen, kann entweder mit der Spotbelichtung gearbeitet werden oder mit der manuellen Belichtungskorrektur. Die praktikablere der beiden Methoden ist sicherlich die manuelle Belichtungskorrektur, weil diese unabhängig von der Bildkomposition funktioniert. Bei der Spotbelichtung ist es hingegen unabdingbar, dass sich das Flugobjekt mittig im Sucher befindet, was zum Beispiel bei der Aufnahme von mehreren Flugzeugen kaum möglich ist.
Ist man in der glücklichen Lage und verfügt über eine Brennweite, die es einem erlaubt, das Flugzeug formatfüllend abzubilden, ist eine Belichtungskorrektur meist nicht mehr vonnöten, weil dann der Einfluss des Himmels bei der Belichtung in den Hintergrund tritt.

Verschlusszeiten

Eine einfache Faustregel in der Fotografie besagt, dass die Verschlusszeit dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte, um Verwacklungen zu vermeiden. Bei einer Brennweite von 300 mm sollte die Verschlusszeit also mindestens 1/300 Sekunde betragen.
Bei propellergetriebenen Flugzeugen friert eine kurze Verschlusszeit die Bewegung des Flugzeuges ein und auch die des Propellers. Die Dynamik des Motivs kommt so beim Betrachter nicht an! Um dies zu vermeiden, muss die Verschlusszeit verlängert werden.

Verschlusszeiten für fliegende Objekte

Verschlusszeit Jet So kurz als möglich!
Verschlusszeit Propellerflugzeuge 1/250 und 1/400 s
Verschlusszeit Hubschrauber 1/100 bis 1/200 s

Stative

Die längeren Verschlusszeiten erhöhen die Gefahr von Verwacklungen. Diese Verwacklungen lassen sich durch die Verwendung eines Dreibeinstativs (Tripod) reduzieren. Dieses hat jedoch mehrere Nachteile. Oftmals fehlt der notwendige Platz und die entsprechende Bewegungsfreiheit, um das Stativ vernünftig nutzen zu können.
Praxistauglicher ist da ein Einbeinstativ (Monopod), weil mit diesem Stativ Standortwechsel relativ schnell bewältigt werden können. Doch auch das Einbeinstativ verursacht bei grossen Winkeln über dem Horizont Probleme. Vor allem wenn Flugzeuge Loopings, Fassrollen oder generell Figuren in der Vertikalen fliegen, sind Stative kaum zu gebrauchen.
Für Fotos von Flugzeugen, die einfache Überflüge vollziehen, ist ein Einbeinstativ eine gute Wahl. Ebenso für Fotos von Flugzeugen, die sich auf der Piste bewegen.

Mitzieher

Der sogenannte Mitzieher bietet sich als Alternative zum Stativ an. Verfolgt man ein Flugzeug schon weit vor dem eigentlich gewünschten Auslösezeitpunkt, so sorgt die gleichmäßige, mitziehende Bewegung für eine Stabilisation der Kamera. Zudem erzeugt diese Bewegung bei längeren Verschlusszeiten den typischen Mitzieheffekt. Der Hintergrund verwischt, während das Motiv selbst scharf abgebildet wird.

Bildstabilisator

Ebenfalls hilfreich ist der in der letzten Zeit immer häufiger anzutreffende Bildstabilisator. Er bietet eine praxistaugliche Hilfe gegen das Verwackeln. Bei der Einstellung sollte jedoch gerade für Mitzieher darauf geachtet werden, dass die horizontale Stabilisation ausgeschaltet werden kann und nur die vertikale Stabilisation aktiviert ist, um so Unschärfe aufgrund des Versuchs, die Mitziehbewegung zu kompensieren, zu vermeiden. Bei Nikkor-Objektiven mit Vibration Reduction (VR) ist die Einstellung 'normal' zu wählen.